Der gerechte Tyrann, Wertekulturen und Verfassungen

Dass ein Tyrann gerecht sein kann, ist eine ungewöhnliche Vorstellung für Menschen, die mit politischen Vorstellungen der Moderne aufgewachsen sind. Heute verstehen wir unter einem Tyrannen einen autoritären Alleinherrscher, dem man Recht, Demokratie und den Kampf um Gerechtigkeit entgegensetzen muss. Griechische Geschichtsschreiber dagegen priesen gerechte Tyrannen, zum Beispiel den Tyrannen Kleobulos von Lindos / Rhodos… Weiter lesen »

Moral

Wie hältst du’s mit der Moral? Wie begründen sich moralische Vorstellungen? Die Antwort auf diese Frage schien über Jahrtausende geklärt. Entweder wurden moralische Ansprüche von Gott diktiert, konnten aus der menschlichen Natur abgeleitet oder per Vernunft bestimmt werden. Damit waren sie legitimiert und galten absolut. All diese drei Ursachen von Moral wurden im Laufe der… Weiter lesen »

Jenseits von Geschlechteridealismen und Neoliberalismus. Prostitution ethisch befragen

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie die Prostitutionsdebatte erregt-aufregt. Als eine, die nun schon seit Jahrzehnten dazu einen aufgeklärten Diskurs versucht, wundere ich mich über die nach wie vor idealistischen Sichtweisen auf Prostitution. Idealistische Konzepte weisen nicht nur die Ausführungen von Stefanie Ettmann und die meisten Diskussionsbeiträge dazu, auch die Artikel über Prostitution der… Weiter lesen »

Gerechtigkeit ist eine Denkweise, Teil 2:
Denken im Mobile

Im zweiten Teil ihres Artikels zu Gerechtigkeit zeigt Andrea Günter auf, dass, um Gerechtigkeit zu denken, es nötig ist, Stereotype zu dekonstruieren und relational zu denken. Es war auch schon Platon, der darauf bestand, Gerechtigkeit als eine spezifische Denktätigkeit zu verstehen. Um dies zu illustrieren, wählt der die Kritik an der Behauptung einer Geschlechternatur. Er… Weiter lesen »

Gerechtigkeit ist eine Denkweise, Teil 1:
die Denkleistung der Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist eine Denkweise. Diese Erkenntnis kann begreiflich werden, wenn beobachtet wird, wie Kinder anfangen zu urteilen „das ist ungerecht!“. Das Urteil „das ist ungerecht“ ist einerseits Ausdruck eines moralischen Selbstverständnisses. Dieses basiert andererseits wiederum auf einer besonderen Analyse- und Denkfähigkeit. Die kindliche Fähigkeit, Ungerechtes zu konstatieren und folglich „Gerechteres“ zu denken, wird im Folgenden… Weiter lesen »

Sich vom Denken einladen lassen

Eine Denkwerkstatt ist eine Praxis: ein Raum der Praxis des Sprechens und Denkens. Diesem Zusammenhang unserer Initiative wollten wir mit einer besonderen Dialogkontur gerecht werden. Haben wir im ersten Text „Warum eine Denkwerkstatt“ die Entstehungsgeschichte der Inhalte unserer Textreihe beschrieben, so soll in diesem zweiten Text in den Vordergrund rücken, was es bedeuten könnte, mit… Weiter lesen »

Warum eine Denkwerkstatt?

Nachdem mich über mehrere Semester hinweg Studierende angesprochen haben, ob ich jenseits der offiziellen Seminartätigkeiten und -struk­turen ein Angebot hätte, sie würden gerne mit mir weiterarbeiten, kam ich auf die Idee, eine frei organisierte Denkwerkstatt zu initiieren. Dass ich gerade auf die Idee einer Denkwerkstatt kam, hatte zum einen mit dem konkreten Feed­back von Studierenden… Weiter lesen »

Vom Nutzen der Philosophie. Bildung als ethisch qualifizierte Reflexionskompetenz und der Sinn für gerechtes Denken

Hochschulentwicklung zielt, was die Lehre betrifft, auf die Selbstentwicklung von Studierenden und will ihnen ethisch gerechtfertigtes Handeln nahebringen. Studierende sollen derart für ihre zukünftigen Tätigkeiten Handlungssicherheit gewinnen können. Die Beschäftigung mit der philosophischen Tradition kann dazu beitragen, sich über die Bedingungen von einer passenden, geradewegs ethisch fundierten Gestaltung einer solchen Entwicklung bewusst zu werden. Es… Weiter lesen »