Der gerechte Tyrann, Wertekulturen und Verfassungen

Dass ein Tyrann gerecht sein kann, ist eine ungewöhnliche Vorstellung für Menschen, die mit politischen Vorstellungen der Moderne aufgewachsen sind. Heute verstehen wir unter einem Tyrannen einen autoritären Alleinherrscher, dem man Recht, Demokratie und den Kampf um Gerechtigkeit entgegensetzen muss. Griechische Geschichtsschreiber dagegen priesen gerechte Tyrannen, zum Beispiel den Tyrannen Kleobulos von Lindos / Rhodos… Weiter lesen »

Moral

Wie hältst du’s mit der Moral? Wie begründen sich moralische Vorstellungen? Die Antwort auf diese Frage schien über Jahrtausende geklärt. Entweder wurden moralische Ansprüche von Gott diktiert, konnten aus der menschlichen Natur abgeleitet oder per Vernunft bestimmt werden. Damit waren sie legitimiert und galten absolut. All diese drei Ursachen von Moral wurden im Laufe der… Weiter lesen »

Welcher Norm folgt „normalerweise“?

Bezugnehmend auf das Gespräch zwischen Antje Schrupp und Jutta Pivecka über Geschlecht und Körper schlägt Andrea Günter vor, Frausein genealogisch zu verstehen: Ich habe Euer Gespräch aufmerksam verfolgt und merke, dass ich nach nunmehr beinahe 30 Jahren philosophischer Arbeit zum „Paradigma Geschlechterdifferenz“ doch immer wieder verblüfft bin, wie sich die alten Diskursprobleme fortschreiben, die Simone… Weiter lesen »

Reconstructing ethics. Hans Jonas’ “The Imperative of Responsibility”, future generations and the ironical situation of ethics

In his book “The Imperative of Responsibility: In Search of Ethics for the Technological Age”, Hans Jonas calls for a fundamental revision of ethics. Jonas points out that ethical reflection is no longer keeping up with the development in a “technological civilization”. The idea is that traditional metaphysical concepts of ethics have been outdated by… Weiter lesen »

Dezentrierung als Politik des Ethischen

Im ersten Buch der Politeia entwickelt Platon Gerechtigkeit als das Gut, das ein Gemeinwesen zu erstreben hat, damit es gelingen kann. Gerechtigkeit wird als die mediale Kraft kenntlich, die eingespielte Positionen überwindet, indem das Denken in Form von Positionen grundsätzlich überschritten wird. Denn gleichgültig, ob sich jemand als ein berechtigter Schuldenempfänger herausgestellt hat, als Freund… Weiter lesen »

Geschlechterworte brauchen eine Haltung

Menschen entwickeln Geschlechterworten gegenüber Haltungen. Eine wichtige Seite der Ethik ist es, solche Haltungen zu reflektieren. Welche Haltung nehmen Personen zu den Worten ein, in denen über Geschlechterfragen gesprochen wird? Wie reagieren sie, wenn die Worte „Frau“ oder „Frauen“ gebraucht werden? Solche Haltungen wirken sich auf das aus, was sie den Diskussionen und Texten entnehmen… Weiter lesen »

Über die Bedeutung der Philosophie für Forschung und Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften

Da ich nun als Philosophin zu einer Stellungnahme über das Verhältnis von Philosophie und angewandten Wissenschaften angefragt werde, möchte ich mit einer solchen Unterscheidung kenntlich machen, dass es „die“ Philosophie ebenso wenig gibt wie „die“ angewandte Wissenschaft. Ist diese Problematik in der Vortragsanfrage auf Seiten der „angewandten Wissenschaften“ durch die Anwendung des Plurals markiert, so… Weiter lesen »