Gerechtigkeit ist eine Denkweise, Teil 1:
die Denkleistung der Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist eine Denkweise. Diese Erkenntnis kann begreiflich werden, wenn beobachtet wird, wie Kinder anfangen zu urteilen „das ist ungerecht!“. Das Urteil „das ist ungerecht“ ist einerseits Ausdruck eines moralischen Selbstverständnisses. Dieses basiert andererseits wiederum auf einer besonderen Analyse- und Denkfähigkeit. Die kindliche Fähigkeit, Ungerechtes zu konstatieren und folglich „Gerechteres“ zu denken, wird im Folgenden… Weiter lesen »

Warum eine Denkwerkstatt?

Nachdem mich über mehrere Semester hinweg Studierende angesprochen haben, ob ich jenseits der offiziellen Seminartätigkeiten und -struk­turen ein Angebot hätte, sie würden gerne mit mir weiterarbeiten, kam ich auf die Idee, eine frei organisierte Denkwerkstatt zu initiieren. Dass ich gerade auf die Idee einer Denkwerkstatt kam, hatte zum einen mit dem konkreten Feed­back von Studierenden… Weiter lesen »

Menschliche Schwäche und seelenorientierte Spiritualität

Aus Anlass des 500. Geburtstags von Teresa von Avila in diesem Jahr veröffentlichen wir eine Artikelreihe zur bleibenden Aktualität Ihres Denkens. In diesem Beitrag beschreibt Andrea Günter Teresas Suche nach der Freiheit des Geistes und wirft einen kritischen Blick auf die heutige Rezeption ihrer Werke. Teresa von Avila hatte man gelesen. Sich mit ihrem Leben,… Weiter lesen »

Zur Zeit des Advents und großer politischer Fragen: Weihnachten. Das Fest der Verwundbarkeit

Was bedeutet die Geburt eines Kindes für die Welt? Die Erläuterungen im Cover Hildegund KeunBuch von Hildegund Keul sind ungewöhnlich Weihnachten ist das Fest des Geborenseins in göttlicher Dimension, gleichzeitig wird hier kein sentimental stimmendes Baby-Kleinkind-Idyll gefeiert, in der Spannung dieser beiden Aussagen bewegt sich das Buch „Weihnachten. Das Wagnis der Verwundbarkeit“ von Dr. Hildegund… Weiter lesen »

Symbolische Gewalt und symbolisches Ordnen

Symbolische Gewalt ist Gewalt in Form von Worten. Statt Worte grundsätzlich unter einen Generalverdacht zu stellen, kann genauer verstanden werden, was symbolische Gewalt ist und wie ihr begegnet werden kann. Der Schlüssel dafür ist wiederum, was unter dem Symbolischen verstanden wird. Werden unter dem Symbolischen lediglich Symbole gefasst, wird Symbolisches zugleich auf die Vorgaben vorhandener… Weiter lesen »

Wie trivial ist Trivialliteratur? Teil 2:
Autorinnen enttrivialisieren, Geschlechterdiskurse vorantreiben

Im zweiten Teil ihres frauenbewegten Blicks auf die Gartenlaube stellt Andrea Günter, gewohnt eloquent und scharfsinnig in der Tiefe, Autorinnen der Gartenlaube vor und stellt die zunehmend geschlechtergerechte Kriterienbildung des Gartenlauben-Diskurses über emanzipatorische Themen vor. Schriftstellerin bei der Gartenlaube Einige der Schriftstellerinnen sind wie manche männlichen Kollegen auch in der Hauptsache Gartenlaube-Autorinnen. Viele schreiben unter… Weiter lesen »

Wie trivial ist Trivialliteratur? Teil 1:
Die Gartenlaube enttrivialisieren

Massenblatt, Liebesgesäusel, biedermeierlich angehauchte Beschwichtigungsliteratur, Die Gartenlaube: Illustrirtes Familienblatt  kam Langezeit oftmals nur mit schlechten Bewertungen weg, was die Qualität der Texte, dann die Meinung über den intellektuellen Anspruch der LeserInnenschaft betrifft. Diese Einschätzung hatte gerade auch damit zu tun, dass in ihr viele Frauen veröffentlichten. Denn Erzählungen und Romane wie die von Eugenie Marlitt… Weiter lesen »

Biblische Reproduktionstechnologien

Sibylle Lewitscharoffs Bewertung der aktuellen medizinischen Reproduktionsmethoden in ihrer Dresdner Rede hat einige Empörung auf sich gezogen. Verwundert hat mich ihr verstellter Blick auf das Erste Testament, was das Zeugen betrifft. Angefangen mit Sara ist die ganze Abfolge der Erzelternerzählungen beschäftigt mit der Frage der Elternschaft als Ergebnis des menschlichen Organisierens des Zeugenkönnens. Führen wir… Weiter lesen »

Der Atem stiftet die Verbindung

Das beschäftigt die französische Philosophin Luce Irigaray in ihrem Buch „Das Mysterium Marias“, und Andrea Günter stellt uns dieses Buch hier vor. Maria wird verkündigt – und sie verkündigt selbst, so unterbreitet es der Evangelist Lukas mit dem Magnifikat. In dem geistigen Spannungsfeld von „verkündigt bekommen“ und/um „selbst zu verkündigen“ beginnt die Kontur Marias zu… Weiter lesen »

Dezentrierung als Politik des Ethischen

Im ersten Buch der Politeia entwickelt Platon Gerechtigkeit als das Gut, das ein Gemeinwesen zu erstreben hat, damit es gelingen kann. Gerechtigkeit wird als die mediale Kraft kenntlich, die eingespielte Positionen überwindet, indem das Denken in Form von Positionen grundsätzlich überschritten wird. Denn gleichgültig, ob sich jemand als ein berechtigter Schuldenempfänger herausgestellt hat, als Freund… Weiter lesen »