Autoren Archive: Andrea Günter

„Gender ideology“: Neuer kirchlicher Antifeminismus

Der Terminus „gender ideology” wird in kirchlichen Kontexten zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt. „Gender Ideologie“ oder „Geschlechterrollenideologie“ ist ein Terminus aus der (feministischen) Soziologie, der darauf hinweist, dass Geschlechterbilder und Geschlechterrollenzuschreibungen kritisiert werden müssen. Allerdings, in kirchlichen Kontexten scheint dieser Terminus zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt zu werden, berichten Frauen              … Weiter lesen »

Hildegard von Bingen. Ein politisches Zeichen der Zeit

Am ersten Oktobersonntag 2012 kam die Nachricht, dass der Papst Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin erklärt hat. Gotteslehrerin, ja, das ist sie schon lange, auch ohne die Anerkennung des Vatikans. Als Heilige wird sie schon lange verehrt, obgleich sie immer noch nicht richtig heiliggesprochen ist. Dennoch, diese Ernennung ist ein guter Anlass, um ihre Bedeutung… Weiter lesen »

Geschlechterworte brauchen eine Haltung

Menschen entwickeln Geschlechterworten gegenüber Haltungen. Eine wichtige Seite der Ethik ist es, solche Haltungen zu reflektieren. Welche Haltung nehmen Personen zu den Worten ein, in denen über Geschlechterfragen gesprochen wird? Wie reagieren sie, wenn die Worte „Frau“ oder „Frauen“ gebraucht werden? Solche Haltungen wirken sich auf das aus, was sie den Diskussionen und Texten entnehmen… Weiter lesen »

Die Kaiser sind nackt. Betreuungsgeld, private Pflegeversicherung und Regierungsfähigkeit

An den Polen von Kindheit und Sterben will sich derzeit die politische Kultur und Regierungsfähigkeit der Bundesregierung profilieren, die sich als Deal zwischen FDP- und CSU-Selbstbild herauszustellen versucht. Ins Leben treten und aus dem Leben heraustreten als Bewährungspunkt eines Koalitionsvertrags? Dies könnte sinnträchtig sein. Jedoch führt die Koalitionsentscheidung gerade eine Politik vor, die das Qualitätskriterium… Weiter lesen »

Vom Nutzen der Philosophie.

Hochschulentwicklung zielt auf die komplexe Konstellation aus Selbstentwicklung und ethisch gerechtfertigtem Handeln. Dieses soll so gestaltet werden, dass Studierende für ihre zukünftigen Tätigkeiten Handlungssicherheit gewinnen werden können. Durch meine Ausführungen soll nun durchsichtig werden, wie die Beschäftigung mit der philosophischen Tradition dazu führen kann, sich über die Bedingungen einer passenden, geradewegs ethisch fundierten Gestaltung von… Weiter lesen »

Über die Bedeutung der Philosophie für Forschung und Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften

Da ich nun als Philosophin zu einer Stellungnahme über das Verhältnis von Philosophie und angewandten Wissenschaften angefragt werde, möchte ich mit einer solchen Unterscheidung kenntlich machen, dass es „die“ Philosophie ebenso wenig gibt wie „die“ angewandte Wissenschaft. Ist diese Problematik in der Vortragsanfrage auf Seiten der „angewandten Wissenschaften“ durch die Anwendung des Plurals markiert, so… Weiter lesen »

„Wenn Mädchen, wenn Jungs nicht so erzogen würden …“ Weltliebe, das Streben nach Geschlechtsfreiheit und die Religion der Weltlosigkeit

Am 8. März 2012 sah ich mir Beckmanns Talkshow zum Thema „Frauen und Macht“ mit Ur­su­la van der Leyen, Wibke Bruhns und Marina Weisband an. Ich entschied mich dafür, weil ich eine erstaunlich hochkarätige, mit strukturell denkenden und politisch handelnden, ein­fluß­reichen Frauen be­­setzte Gesprächsrunde angekündigt fand. In dieser Sendung wurde dann auch wieder einmal die… Weiter lesen »

Die Finanzkrise, geschichtliche Dankbarkeit und Freiheit

Helmut Schmidts Rede auf dem Parteitag der SPD im Dezember 2011 muss bestechend ge­wesen sein, entnahm ich sehr unterschiedlich aufgestellten Medienkommentaren. Ich wurde zunehmend neugierig und als ein Kollege mich darauf aufmerksam machte, frau könne sich die Rede auf youtube ansehen, nutzte ich den ersten freien Abend hierfür. Ist die Medienaufmerksamkeit für diese Rede angemessen?… Weiter lesen »

Märchenhafte Theologie

Theologische Texte und Märchen, was können diese beiden doch so unterschiedlichen Erzähltraditionen an Gemeinsamkeiten haben? Als Schnittmenge legt sich die Vorstellung nahe, dass auch in Märchen Momente von Transzendenz aufscheinen, ihre Figuren Göttliches repräsentieren, ihre Bilder eine spirituelle Kraft entfalten können. Was wiederum die Theologie betrifft, so handelt es sich nicht nur bei der Bibel… Weiter lesen »

Care – eine feministische Kritik der politischen Ökonomie?

„Care – eine feministische Kritik der politischen Ökonomie?“ – So titelt die Zeitschrift „Das Argument“ seine Ausgabe Nr. 292. Das Konzept „Care“ scheint mittlerweile zum Nabel der feministischen Ethik und Ökonomiekritik avanciert. Zugleich sind Konzepte ökonomischer Kritik wie die „Reproduktionsarbeit“ aus dem analytischen Repertoire verschwunden. Die Diskussion um Hausarbeit erscheint als traditionelles Relikt. Redakteurinnen der… Weiter lesen »