Autoren Archive: Andrea Günter

Biblische Reproduktionstechnologien

Sibylle Lewitscharoffs Bewertung der aktuellen medizinischen Reproduktionsmethoden in ihrer Dresdner Rede hat einige Empörung auf sich gezogen. Verwundert hat mich ihr verstellter Blick auf das Erste Testament, was das Zeugen betrifft. Angefangen mit Sara ist die ganze Abfolge der Erzelternerzählungen beschäftigt mit der Frage der Elternschaft als Ergebnis des menschlichen Organisierens des Zeugenkönnens. Führen wir… Weiter lesen »

Der Atem stiftet die Verbindung

Das beschäftigt die französische Philosophin Luce Irigaray in ihrem Buch „Das Mysterium Marias“, und Andrea Günter stellt uns dieses Buch hier vor. Maria wird verkündigt – und sie verkündigt selbst, so unterbreitet es der Evangelist Lukas mit dem Magnifikat. In dem geistigen Spannungsfeld von „verkündigt bekommen“ und/um „selbst zu verkündigen“ beginnt die Kontur Marias zu… Weiter lesen »

Dezentrierung als Politik des Ethischen

Im ersten Buch der Politeia entwickelt Platon Gerechtigkeit als das Gut, das ein Gemeinwesen zu erstreben hat, damit es gelingen kann. Gerechtigkeit wird als die mediale Kraft kenntlich, die eingespielte Positionen überwindet, indem das Denken in Form von Positionen grundsätzlich überschritten wird. Denn gleichgültig, ob sich jemand als ein berechtigter Schuldenempfänger herausgestellt hat, als Freund… Weiter lesen »

Wahlverweigerung und die Sehnsucht nach mehr Demokratie

Ist die Wahlverweigerung als Ausdruck dafür zu verstehen, sich so sehr nach wirklicher Demokratie zu sehnen, dass viele deshalb ihr Bürgerrecht aufgeben, weil sie befürchten, mit der Wahl die falschen Signale zu geben, nämlich die jetzige Art und Weise, Politik zu betreiben, zu unterstützen? Nur, wie kann aus dem Wertschätzen des demokratischen Prinzips ein spürbares,… Weiter lesen »

Wissenschaft im Ehrenamt

(zusammen mit Silke Petersen) Ausgerechnet in einer Zeit, in der es überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Theologinnen gibt, wird es immer schwieriger, angemessene Stellen im universitären oder außeruniversitären Forschungsbereich zu bekommen. Wissenschaftlerinnen der ESWTR unternahmen 2006 und 2007 verschiedenen Initiativen, um sich zu vernetzen. Sie wollen diese Situation nicht weiterhin als Einzelne bewältigen müssen. Die andere Seite… Weiter lesen »

„Gender ideology“: Neuer kirchlicher Antifeminismus

Der Terminus „gender ideology” wird in kirchlichen Kontexten zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt. „Gender Ideologie“ oder „Geschlechterrollenideologie“ ist ein Terminus aus der (feministischen) Soziologie, der darauf hinweist, dass Geschlechterbilder und Geschlechterrollenzuschreibungen kritisiert werden müssen. Allerdings, in kirchlichen Kontexten scheint dieser Terminus zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt zu werden, berichten Frauen              … Weiter lesen »

Hildegard von Bingen. Ein politisches Zeichen der Zeit

Am ersten Oktobersonntag 2012 kam die Nachricht, dass der Papst Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin erklärt hat. Gotteslehrerin, ja, das ist sie schon lange, auch ohne die Anerkennung des Vatikans. Als Heilige wird sie schon lange verehrt, obgleich sie immer noch nicht richtig heiliggesprochen ist. Dennoch, diese Ernennung ist ein guter Anlass, um ihre Bedeutung… Weiter lesen »

Geschlechterworte brauchen eine Haltung

Menschen entwickeln Geschlechterworten gegenüber Haltungen. Eine wichtige Seite der Ethik ist es, solche Haltungen zu reflektieren. Welche Haltung nehmen Personen zu den Worten ein, in denen über Geschlechterfragen gesprochen wird? Wie reagieren sie, wenn die Worte „Frau“ oder „Frauen“ gebraucht werden? Solche Haltungen wirken sich auf das aus, was sie den Diskussionen und Texten entnehmen… Weiter lesen »

Die Kaiser sind nackt. Betreuungsgeld, private Pflegeversicherung und Regierungsfähigkeit

An den Polen von Kindheit und Sterben will sich derzeit die politische Kultur und Regierungsfähigkeit der Bundesregierung profilieren, die sich als Deal zwischen FDP- und CSU-Selbstbild herauszustellen versucht. Ins Leben treten und aus dem Leben heraustreten als Bewährungspunkt eines Koalitionsvertrags? Dies könnte sinnträchtig sein. Jedoch führt die Koalitionsentscheidung gerade eine Politik vor, die das Qualitätskriterium… Weiter lesen »

Vom Nutzen der Philosophie.

Hochschulentwicklung zielt auf die komplexe Konstellation aus Selbstentwicklung und ethisch gerechtfertigtem Handeln. Dieses soll so gestaltet werden, dass Studierende für ihre zukünftigen Tätigkeiten Handlungssicherheit gewinnen werden können. Durch meine Ausführungen soll nun durchsichtig werden, wie die Beschäftigung mit der philosophischen Tradition dazu führen kann, sich über die Bedingungen einer passenden, geradewegs ethisch fundierten Gestaltung von… Weiter lesen »